2024

15.00–16.30

Grüner Saal

Volkshaus

Was ist Musse (Otium) und weshalb sollten wir sie «reclaimen»?

In der Antike war die Musse, das Otium, sehr hoch geschätzt. Leider war sie auch nur wenigen vorbehalten, nämlich nur einheimischen freien Männern. 

Die Frage nach der Musse ist von Bedeutung, weil diese in unseren heutigen Leben in den Hintergrund getreten ist - neben der Erwerbsarbeit erkennen wir (langsam) die Bedeutung der Care-Arbeit. Die Musse jedoch hat keine Lobby - faul möchte niemand sein. Und wie wir Musse von Faulheit unterscheiden können, ist oft unklar. Natürlich könnte man auch ein Plädoyer für die Faulheit halten - aber hier geht es um etwas anderes: Die Musse ist die Zeit, in der das Leben wirklich gelebt wird, wie es Seneca sinngemäss formuliert hat, eine bedeutungsvolle Zeit.

Wir können uns diesbezüglich an den antiken Konzepten orientieren - in der Antike war die Musse das Allerwichtigste. Allerdings müssen wir das Konzept anpassen, um die Musse wirklich für alle zugänglich zu machen. 

Daher: Reclaim Musse - Otium für's Volk! Wenn wir alle Musse haben wollen, müssen wir die Gesellschaft anders organisieren und die notwendigen Aufgaben auf alle verteilen.

Dieses Atelier wird nicht alle Fragen lösen, die es aufwirft - es geht vor allem darum, uns einmal bewusst zu machen, was für uns Musse bedeutet, für uns alle, unabhängig von Geschlecht und Status. Wie können wir uns Zeit und Raum dafür nehmen? 

Input von Caroline Krüger, freie Philosophin, WiC.