2024

09.15–10.45

Kinosaal

Xenix

Hierarchien und Machtverhältnisse sind effizient, ordnen Erfahrungen und Expertise, ergeben raschere Entscheidungen und eindeutige Verantwortlichkeiten, und spenden den Involvierten Klarheit, Sicherheit und Stabilität. 

Diese Argumente werden bemüht als Begründungen dafür, weshalb wir selbst in der Schweiz täglich nicht Demokratie sondern Autoritarismus reproduzieren, v.a. am Arbeitsplatz, also in der Wirtschaft.
 
Als demokratische Akteur:innen gefragt sind wir ab und zu in der Politik, im Vereins- und Genossenschaftsleben sowie in wenigen anderen sozialen Zusammenhängen, die v.a. unsere Freizeit betreffen. 

Denn Demokratie, Gleichberechtigung, flache Hierarchien, kollektive Selbstverwaltung usw. tragen dazu bei, eine gerechtere, partizipativere und inklusivere Gesellschaft zu schaffen, in der jede:r die Möglichkeit hat, ihr:sein volles Potenzial auszuschöpfen. 

Eine demokratische Gesellschaft braucht hingegen auch und gerade im Wirtschaftsalltag demokratische Strukturen. Aber lediglich Arbeiter:innenselbstverwaltung reicht nicht aus, wenn der Betrieb sich trotzdem gegen kapitalistische Marktzwänge behaupten muss.
 
Es sind die Erzeugenden-Verbrauchenden-Gemeinschaften ("EVG"), welche ihre Wirtschaftskreisläufe potenziell so gestalten können, dass sie Marktmechanismen einigermassen entzogen sind. Damit werden sie zugänglich für demokratische Strukturen. 

«Solawi» bedeutet solidarische Landwirtschaft, steht für EVG's im Agrarsektor und verbreitet sich langsam aber sicher immer mehr. Landwirt:innen und Konsumierende schliessen sich zusammen und gestalten gemeinsam Landwirtschaft, so dass alle dahinterstehen können.